Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. r 3 1

Die Langobarden verdienen es, daß derobere Theil Italiens ihren Namen tragt, da er denbessern Namen der Gothen nicht tragen kpnnte. Ge-gen diese rief Justiman sie aus ihrem Pannonienhervor: und sie setzten sich zuletzt selbst in den Be-sitz der Beute. Alboin, ein Fürst, dessen Namenmehrere Deutsche Nationen priesen, kam über dieAlpen und führte von mehreren Stammen ein Heervon Weibern, Kindern, Vieh und Hausrath mitsich ( 566 ), um das der Gothen beraubte Land nicht zuverwüsten, sondern zu bewohnen. Er besetzte die Lom-bardei und ward in Mailand von seinen Longo-barden, auf einem Kriegesschilde erhoben, zum Köni-ge Italiens ausgerufen <.574), rudere aber bald feinLeben. Von seiner Gemahlin Roscmunde war seinMörder bestellt; sie vermahlt sich mit dem Mörderund muß entweichen. Der von den Langobarden er-wählte König ist stvlz, grausam; die Großen derNation werden also ewig, keinen König zu wählenund das Reich unter sich zu theilen: so entstehensechs und dcepßig Herzoge, und hiemit war die ersteLombardisch-Deutsche Verfassung in Italien gegrün-det. Denn als die Nation, vom Bedürfnis; gezwun-gen, sich wieder Könige wählte, so that dennoch je-der mächtige Lehnstcäger meistens nur das, was erthun wollte: selbst die Wahl derselben ward oft demKönige entrissen, und cs kam zuletzt auf das unsi-chere Ansehen seiner Person an, ob ec seine Vasal-len zu lenken uird zu gebrauchen wüßte. So ent-standen die Herzoge von Friaul, Spoleto, Bene-

I 2