der Geschichte der Menschheit. 129
Herstellen wollten, ei» unglückliches Ende fanden.Vielleicht war der Verdacht dem alten Könige ver-zeihlich, da ec nur einen jungen Enkel zur Nach-folge vor sich sah, und was seinem Reich zur dan-kenden Festigkeit fehlte, wohl kannte. Es wäre zuwünschen gewesen, daß dies Reich der Gothen be-standen, und statt Karls des Großen ein Theoderichdie Verfassung Europa's in geist - und weltlichenDingen hatte bestimmen mögen.
Nun aber starb der große König nach 3g. Jah-ren einer klugen und thätigcn Regierung ( 526 );und sogleich brachen die Uebel aus, die in derStaatsvcrfaffung aller Deutschen Völker lagen. Dieedle Vormünderin des jungen Adelrichs, Amalas-vinde, ward von den Großen des Reichs in der Er-ziehung desselben gehindert, und als sic nach seinemTode den abscheulichen Thcvdat zum Reichsgehülfenannahm, der' sie mit dem Tode belohnte, so wardie Fahne des Aufruhrs unter den Gothen gepflan-zet. Mehrere Große wollten regieren; der habsüch-tige Justinian mischt sich in ihre Streitigkeiten, undBelisar, sein Feldherr, setzt unter dem Vorwände,Italien zu besreycn, über das Meer (536). Die un-ter sich uneinigen Gothen werden eingeenget und betro-gen, die Residenz ihrer Könige, Ravenna, hinterlistigeingenommen (5go), und Belisar zieht mit Thev-derichs Schätzen und einem gefangenen Könige nachHause. Bald beginnet der Krieg aufs neue: dertapfre König der Gothen, Totilas, erobert Romzweymal, schonet aber desselben und lasset cs mirniedergerissenen Mauern offen liegen (5g6. 5g-;.).Ein zweyter Theoderich war dieser Torilas, der wäh-rend der eilf Jahre seiner Regierung den treulosenPhilos. und Gesch. VI. LH. I I-leen. IV.