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der Geschichte der Menschheit. 107
sondern durch Staatsklugheit, Tradition, kirchlichesRecht und Gebrauche die Welt zu regieren, das warsein Werk, und mußte es seyn, da. er selbst nurauf Gebrauchen und der Tradition ruhte. Bon Romaus sind also jene vielen Zeremonien der abendlän-dischen Kirche ausgcgangcn, welche die Feyer derFeste, die Eintheilung der Priesterdie Anordnungder Sakramente, Gebete und Opfer für die Tobten;oder Altäre, Kelche, Lichter, Fasten, die Anbetungder Mutter Gottes, den ehelosen Stand der Priesterund Mönche, die Anrufung der Heiligen, den Dienstder Bilder; Procefsionen, Scelmeffen, Glocken, dieKanonisation, Transsubstantiacion, die Anbetung derHostie u. f. betrafen; Gebrauche, die theils aus al-tern Veranlassungen, oft aus schwärmenden Vocstel-lunqsartcn des Orients entstanden, theils in abend-ländischen, am meisten in römischen Lokalumständengleichsam gegeben waren und dem großen Kirchen-Ritual nur nach und nach einverleibet wurden *).Solche Waffen eroberten jetzo die Welt; es warendie alles - eröffnenden Schlüssel des Himmel - undErdenreiches. Vor ihnen beugten sich die Völker,die übrigens Schwerter nicht scheuten; römische Ge-bräuche taugten mehr für sie, als jene morgenlän-dischen Spekulationen. Freylich sind diese kirchlichen
Ich zweifle, dass sich ohne eine genaue AenntnißNoms, auch seinem Lokal und dem Charakterdes Volkes nach, eine bis zur Evidenz treue Ge-schichte dieser Anstalten und Gebräuche schreibenlasse; oft sucht man unter der Erde, was inRom der Anblick selbst zeiget.