der Geschichte der Menschheit. io5
ten, tausend Umstande, die dieser alten Hauptstadtder Welt das Primat der Kirche gaben. An dieVerehrung des Namens Rom waren die Völker seitJahrhunderten gewöhnet, und in Rom bildete mansich ein, daß auf ihren sieben Hügeln ein ewigerGeist der Weltbeherrschung schwebe. Hier hatten,den Kirchenrcgistern nach, so viele Märtyrer gezeu-get und die größestcn Apostel, Petrus und Paulusihre Kronen empfangen. Früh also erzeugte sich dieSage vom Bi sc ho ft hum Petri in dieser altenapostolischen Kirche, und das unverrückte Aeugnißseiner Nachfolger wußte man bald zu erweise». Dadiesem Apostel nun namentlich die Schlüssel desHimmelreichs übergeben und auf sein Bckenntnißder unzcrstörliche Felsenbau der Kirche gegründet war:wie natürlich, daß Rom an die Stelle Antiochiensoder Jerusalems trat und als Muttcrkirche der herr-schenden Christenheit betrachtet zu werden Anstaltmachte^Frühe genoß der römische Bischof, vor an-dern gelehrteren und mächtigern, selbst auf Concilien,Ehre und Vorsitz: man nahm ihn in Streitigkeitenals einen friedlichen Schiedsrichter an, und waslange eine freygewahltc Rathserholung gewesen war,ward mit der Zeit als Appellation, seine belehrendeStimme als Entscheidung betrachtet. Die Lage Romsim Mittelpunkt der römischen Welt gewahrte ihremBischöfe west- süd - und nordwärts einen weitenRaum zu Nakhschlagen und Einrichtungen; zumalder griechische Kaiserthron zu ferne stand, auch baldzu schwach war, als daß er ihn außerordentlich drük-ken konnte. Die schönen Provinzen des römischenReichs, Italien mit seinen Inseln, Afrika, Spa-nien , Gallien, und ein Theil von Deutschland, in