der Geschichte der Menschheit. 91
Rom, dem Kaiserhofe zu Konstantinopel, von seinerGründung an bis zu sciium Unterfange gesa wt ?
Auch die Beredsamkeit also, die in diesem kai-serlich-christlichen Rom aufspricßen konnte, war je-ner alten Griechen- und Rönurbcredsamkeit mitnich-ten zu vergleichen. Hier sprachen fceylich göttlicheMänner, Patriarchen, Bischöfe, Priester; aber zuwem und worüber sprachen sie? und was konnte,was sollte ihre beste Beredsamkeit fruchten? Einemunsinnigen, verderbten, zügellosen Haufen sollten siedas Reich Gottes, die feinen Aussprüche eines mo-ralischen Mannes erklären, der in seiner Zeit schonallein dastand, und in diesen Haufen gewiß nichtgehörte. Viel reizender wars für diesen, wenn dergeistliche Redner sich auf die Schandkhaten des Ho-fes, in die Kabalen der Ketzer, Bischöfe, Priesterund Mönche, oder auf die rohen Ueppigkeiten derSchauplatze, Spiele, Lustbarkeiten und Wvibertrach-tcn einließ. Wie beklage ich dich, du goldner Mund,Ehrysostomus, baß deine überströmende Rednergabenicht in bessere Zeiten siel! Aus der Einsamkeittratst du hervor, in der du deine schönsten Tagedurchlebt hattest; in der glanzenden Hauptstadt wur-den dir trübere Tage. Dein Hirteneifer war vonseiner Flur verirret: du erlagst den Stürmen derHof- und Priesterkabale, und mußtest, vertrieben undwiederhergestellt, endlich doch im Elende sterben. Soergings mehreren Rechtschaffenen an diesem wollü-stigen Hofe; und das Traurigste war, daß ihr Eiferselbst von Fehlern nicht fre» blieb. Denn wie der,der unter ansteckenden Krankheiten in einer verpeste-ten Luft lebet, wenn er sich auch vor Beulen be-wahret, wenigstens ein blasses Gesicht und kranke