gungen des Himmelreichs erheb, und Cbristum inder Wüste suchte. Da sollten Menschen den Him-mel finden, tue Bürger der Erde zu seyn verschmäh-ten , und damit die schätzbarsten Gaben unsres Ge-schlechts, Vernunft, Sitten, Fähigkeiten, Eltern -Freundes - Gatten- und Kindesliebe aufgaben. Ver-wünscht seyen die Lobsprüche, die man aus mißver-standener Schrift dem ehrlosen, müßigen, beschauen-den Leben oft so unvorsichtig und reichlich gab; ver-wünscht die falschen Eindrücke, die man mit schwär-merischer Beredsamkeit der Jugend einprägte, unddadurch ans viele Zeiten hin den Menschenverstandverschob und lähmte. Woher kommts, daß in denSchriften der Kirchenväter sich so wenig reine Mo-ral , und oft das Beste mit dem Schlechtesten, dasGold mit Unrath vermischt findet? *) Woher, daßman in diesen Zeiten auch von den vortrefflichstenMännern, die noch so viel griechische Schriftstellerzu ihrem Gebot hatten, kein Buch nennen kann,das ohne alle Rücksicht auf Komposition und Vor-trag, bloß in der Moral und im durchgehenden Gei-ste des Werks, Einer Schrift der Sokratischen Schu-le an die Seite zu sehen wäre? Woher, daß selbstdie ausgesuchten Sprüche der Väter so viel Uebcrtrie-bcnes und Mönchisches an sich haben, wenn mansic mit der Moral dcr Griechen vergleichet? Durchdie neue Philosophie war das.Hirn der Menschen
H Barbeyrac, leClerc, Lhomasius, Temm-ler u. a. haben dies gezeiger; und RöstersBibliothek der Kirchenväter kann es jedem sehrpopulär zeigen.