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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
Entstehung
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Ideen zur Philosophie

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stcnthum in allen Seelen der Weisen. Vielleichtwäre cs kein Unglück gewesen, wenn das Systundes Christenthums geblieben wäre, was es nachden Vorstellungen eines Justinus, Clemens vonAlexandrien und andrer seyn sollte, eine freye Phi-losophie , die Tugend und Wahrbeitsliebe zu keinerZeit, unter keinem Volk verdammte, und von deneinengenden Wortsormcln, die späterhin als Gesetzegalten, noch gar nichts wußte. Gewiß sind die frü-heren Kirchenväter, die in Alexandrien gebildet wur-den , nicht die schlechtsten; der einzige Orugencs batmehr gethan, als zehntausend Bischöfe und Patriar-chen : denn ohne den gelehrten kritischen Fleiß, dener auf die Urkunden des Christenthums wandte,wäre dies in Ansehung seiner Entstehung beonaheganz unter die unklassischen Mahrchcn gerathen.Auch auf einige seiner Schüler ging sein Geist über,und mehrere Kirchenväter aus der AlexandrinischenSchule dachten und stritten wenigstens doch gewand-ter und feiner, als so manche andre unwissende undfanatische Kopse.

Indessen war frcylich in anderm Betracht so-wohl Aegypten, als die damalige Modephilosophieüberhaupt, fürs Christcnthum auch eine verderblicheSchule: denn eben an diese fremden platonischen

Zdeen, an denen man mit griechischer Spitzfindigkeitsubtilisirte, hing sich alles, was nachher fast zweyJahrtausende lang Streitigkeiten, Zank, Aufruhr,Verfolgung, Zerrüttungen ganzer Lander erregt hat,und überhaupt dem Christenthum eine ihm so frem-de, die sophistische Gestalt gegeben. Aus demWort Logos entstanden Ketzereyen und Gcwaltthntig-keiten, vor denen noch jetzt der Logos in uns, die