Man kennet in den ersten Zeiten des Christen»thums eine sogenannte m or g e n l a n d i sc h c Phi-losophie, die sich weit umher gebreitet hat, näherbetrachtet aber nichts als ein Ausschößling der elek-tischen, neu-platonischen Weisheit ist, wie ihn dieseGegenden und Zeiten hccvorbringcn konnten. Erschlang sich dem Juden- und Christcnthum an, istaber aus ihm nicht entsprosten, har ihm auch keineFrüchte getragen. Vom Anfänge des Christenthumsbelegte man die Gnostiker mit dem Ketzcrnamen,weil man keine Vernünftler unter sich dulden wollte,und mehrere derselben waren unbekannt geblieben,wenn sie nicht auf der Ketzcrrolle standen. Es wärezu wünschen, daß dadurch auch ihre Schriften erhal-ten waren, die uns über den Kanon des neuen Te-staments nicht unwillkommen seyn dürften ; jetzt sichetman Key den auflnhaltencn einzelnen Menningendieser zahlreichen Sekte nur einen rohen Versuch,morgcnlandisch-platonische Dichtungen über die NaturGottes und die Schöpfung der Welt dem Juden- undChristenthum anzusügen, und eine metaphysische Theo-logie meistens in allegorischen Namen, sammt einerTheodicee und philosophischen Moral daraus zu bil-den. Da die Geschichte der Menschheit keine Ketzcr-namen kennt, so ist jeder dieser verunglückten Ver-suche ihr schätzbar und merkwürdig; ob es gleich fürdie Geschichte des Christenthums gut ist, daß Traumedieser Art nie das herrschende System der Kirchewurden. Nach so vieler Mühe, die man sich kirch-lich über diese Sekten gegeben, wäre eine reinphilo-sophische Untersuchung, woher sic ihre Ideen genom-men? was sic mit solchen gemeynt? und welcheFrüchte diese gebracht haben? für die Geschichte des
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