der Geschichte derMenschheit. 67
Wodurch die Kirche zu Jerusalem auf andreGemeinen am meisten wirkte, war das Ansehender Apostel: denn da Jakobus, der Bruder Jesu,ein vernünftiger und würdiger Mann, ihr eine Reihevon Jahren Vorstand: so ist wohl kein Zweifel, daßihre Form auch andern Gemeinen ein Vorbild wor-den. Also ein Jüdisches Vorbild, und weil beynahjede Stadt und jedes Land der ältesten Christenheitvon einem Apostel bekehrt seyn wollte: so entstandenallenthalben Nachbilder der Kirche zu Jerusalem,apostolische Gemeinen. Der Bischof, der von einemApostel mit dem Geist gesalbt war, trat an seineStelle, mithin auch in sein Ansehen: die Geistes-kräfte, die er empfangen hatte, theilte er mit, undward gar bald eine Art Hohepriester, eine Mittel-pcrson zwischen Gott und Menschen. Wie das ersteConcilium zu Jerusalem im Namen des heiligenGeistes gesprochen hatte: so sprachen andre ConcilicNibm nach, und in mehreren asiatischen Provinzen er-schrickt man über die früherworbene geistliche Machtder Bischöfe. Das Ansehen der Apostel also, dasauf die Bsichöfe leibhaft überging, machte die äl-teste Einrichtung der Kirche aristokratisch; und indieser Verfassung lag schon der Keim zur künftigenHierarchie und zum Pabstthum. Was man von derrcinen Jungfräulichkeit der Kirche in den dreh erstenJahrhunderten sagt, ist übertrieben oder erdichtet.
Walchs u. a. Abhandlungen, nach Art ältererSammlungen, zusammengedruckt werden-
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