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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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Ideen zur Philosophie

ner Konsistenz kommen konnte. Hier war das Salzdumm; dort wollte es zu scharf salzen.

3. Das Christenthum hatte eine Be-kenn t n i ß so r m e l, mit welcher man zuihm Key der Taufe eintrat; so einfach diesewar, so sind mit der Zeit aus den drey unschuldi-gen Worten, Vater, Sohn und Geist, soviele Unruhen, Verfolgungen und Aergernisse hervor-gegangen, als schwerlich aus drey andern Wortender menschlichen Sprache. Je mehr man vom In-stitut des Christenthums, als von einer thatigen,zum Wohl der Menschen gestifteten Anstalt, abkam:desto mehr spekulirte man jenscit der Grenzen desmenschlichen Verstandes; man fand Geheimnisse undmachte endlich den ganzen Unterricht der christlichenLehre zum Geheimnis. Nachdem die Bücher desneuen Testaments als Kanon in die Kirche cingeführtwurden, bewies man aus ihnen, ja gar aus Bü-chern der jüdischen Versassuna, die man selten inder Ursprache lesen konnte und von deren erstemSinn man langst abgekommen war, was sich schwer-lich aus ihnen beweisen ließ. Damit häuften sichKetzcreyen und Systeme, denen zu entkommen mandas schlimmste Mittel wählte, Kirchenversamm-lungen und Synoden. Wie viele derselbensind eme Schande des Christcnkbums und des aesiin-dcn Verstandes! Stolz und Unduldsamkeit riefen siezusammen, Zwietracht, Parthevlichkcit, Grobheitund Bübereoen herrschen auf denselben, und zuletztwaren es Ucbermacht, Willkühr, Trotz, Kupp.ley,Betrug oder ein Zufall, die unter dem Namen desH. Geistes für die ganze Kirche, ja für Zeit undEwigkeit entschieden. Bald fühlte sich niemand ge-