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Ideen zur Philosophie
Seelen übrig, mit allem dem Unkraut, was aufdiesem guten Acker mnsprofite. Reiche Wittwen ver-mochten mit ihren Geschenken bald so viel, daß sichein Haufe von Bettlern zu ihnen hielt, und bep ge-gebnem Anlaß anch wohl die Ruhe ganzer Gemeinenstörte. Es konnte nicht fehlen, daß aus der EinenSeite Almosen als die wahren Schätze des Himmel-reichs anqepriesen, auf der ander» gesucht wurden;und in beyden Fällen wich Key niedrigen Schmeiche-leyen nicht nur jener edle Stolz, der Sohn unab-hängiger Würde und eines eignen, nützlichen Fleißes,sondern auch oft Unpartheplichkcit und Wahrheit.Märtyrer bekamen die Almoscnkasse der Gemeine zuihrem Gemeingut; Schenkungen an die Gemeinewurden zum Geist des Ehristcnthums erhoben, unddie Sittcnlchre desselben durch die übertriebenen Lob-sprüche dieser Gutthatsn verderbet. Lb nun wohldie Nokh der Zeiten auch hicbey manches entschuGdigt: so bleibt es dennoch gewiß , daß wennman die menschliche Gesellschaft nur als rin großesHospital, und das Ehristenthum als die gemeine Al-mosen-Kaffe desselben betrachtet, in Ansehung derMoral und Politik zuletzt esti sehr böser Zustanddaraus erwachse.
2. Das Ehristenthum sollte eineGemeine se» n, die ohne weltlichen Armvon Vorstehern und Lehrern regiertwürde. Als Hirten sollten diese der Heerde vor-stehen, ihre Streitigkeiten schlichten, ihre Fehler mitErnst und Liebe bessern, und sie durch Rath, Anse-hen , Lehre und Beyspiel zum Himmel führen. Einedles Amt, wenn es würdig verwaltet wird, undverwaltet zu werden Raum hat: denn es zerknicke