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Ideen zur Philosophie
hat sich im Verfolg der Jahrhunderte die alte Stam-mesbildung mehrerer europäischen Nationen gemildertund verändert; ohne welche Verschmelzung der All-gemeingcist Europa's schwerlich hätte erwecktwerden mögen.
3. Daß wir die ältesten Bewohner die-ses Wcltthcils jetzt nur in die Gebirge,oder an die äußersten Küsten und Ecken /desselben verdrängt finden, ist «ine Natur-begebenheit, die in allen Wcltgegenden, bis zu denInseln des asiatischen Meers, Beyspiele findet. Inmehreren derselben bewohnte ein eigner, meistensroberer Volkerstamm die Gebirge, wahrscheinlich diealtern Einwohner des Landes, die jüngern und küh-nem Ankömmlingen hatten weichen müssen; wiekonnte es in Europa anders seyn, wo sich die Völ-ker mehr als irgendwo anders drängeten und forttrie-ben ? Die Reihen derselben gehen indcß an wenigeHauptnamen zusammen, und was sonderbar ist,auch in vcrschiednen Gegenden finden wir dieselbenVolker, die einander gefolgt zu seyn scheinen, mei-stens bey einander. So zogen die Kymren den Ga-len , die Deutschen ihnen bcyden, die Slaven denDeutschen nach und besetzten ihre Länder. Wie dieErdlaqcn in unserm Boden, so folgen in unsermWeltkheil Völkerlagen aufeinander, zwar oft durch-einander geworfen, in ihrer Urlage indessen nochkenntlich. Die Forscher ihrer Sitten und Sprachenhaben die Zeit zu benutzen, in der sie sich noch un-terscheiden: denn alles neigt sich in Europa zur all-mählichen Auslöschung der Nationalcharaktere. Nurhüte sich der Geschichtschreiber der Menschheit hiebey,daß er keinen Völkerstamm ausschließcnd zu seinem