3o Ideen zur Philosophie
gern Gebrauch einzuführen. Leider können wir Deut-sche von unfern alten Sprachschätzen nicht viel aufzei-gen *) : die Lieder unsrer Barden sind verloren; deralte Eichbaum unsrer Heldcnsprache prangt, außerWenigem, nur mit sehr junger Blüthe.
Als die deutschen Völker das Christenthum an-genommen hatten, fochten sie dafür, wie für ihreKönige und ihren Adel; welche achte Dcqentreuedenn außer ihren eignen Völkern, den Alemannen,Thüringern, Bayern, und Sachsen, die armen Sla-ven, Preußen, Kuren, Liven und Esthen reichlicherfahren haben. Aum Ruhme gereicht es ihnen, daßsie auch gegen die spater eindringende Barbaren alseine lebendige Mauer standen, an der sich die tolleWuth der Hunnen, Ungarn, Mongolen, und Tückenzerschellte. Sie also sind's, die den größesten Theilvon Europa nicht nur erobert, bepflanzt, und nachihrer Weise eingerichtet, sondern auch beschützt undbeschirmt haben; sonst hätte auch das in ihm nichtaufkommen können, was aufgekommen ist. IhrStand unter den andern Völkern, ihr Kriegesbundund Stammescharaktec sind also die Grundvestcn derKultur, Freyhcit und Sicherheit Europa's geworden;ob sie nicht auch durch ihre politische Lage an demlangsamen Fortgänge dieser Kultur mit eine Ursacheseyn müssen? davon wird ein unbescholtener Zeuge,die Geschichte , Bericht geben.
) In Schillers tbsssuro ist, außer Wenigem,das sonst hie und da zu finden, unser Reichthumbeysammen, und nicht sehr beträchtlich.