der Geschichte der Menschheit. 29
ich meyne der Nordischen Edda. Als eine Samm-lung von Urkunden der Sprache und Denkart einesdeutschen Volksstammes ist sic allerdings auch unshöchst merkwürdig. Die Mythologie dieser Nordlän-der mit der griechischen zu vergleichen, kann lehrreichoder unnütz werden, nachdem man die Untersuchunganstellt; sehr vergeblich wäre es aber, einen HomeroderOffian unter diesen Skalden zu erwarten. Brin-get die Erde allenthalben Einerley Früchte hervor?und sind die edelsten Früchte dieser Art nicht Folgeneines lange zuberciteten, seltnen Zustandes der Völ-ker und Zeiten? Lasset uns also in diesen Gedichtenund Sagen schätzen, was wir in ihnen finden, eineneignen Geist roher, kühner Dichtung, starker, reinerund treuer Gefühle, stimmt einem nur zu künstlichenGebrauch des Kerns unsrer Sprache; und Dank scyjeder aufbewahrenden, jeder miktheilenden Hand, diezum allgemeinern oder bessern Gebrauch dieser Na-tionalschätze beytragt. Unter den Namen derer, diein früheren und neueren Zeiten Ruhmwürdig dazubeytrugen *), nenne ich in unsern Zeiten auch fürdie Geschichte der Menschheit den Namen Suhmmit Dank und Ehre. Er ist es, der uns von Is-land her dies schöne Nordlicht in neuem Glanze her-vorschimmern laßt: er selbst und andre suchen esauch in den Horizont unsrer Kenntnisse zum richti-
*) Sämund, Snorro, Resenius, Worin,Lorfäus, Stephanius, Barrholin,Keisler, Ihre, Göranson, Thorkelin,Erichsen, die Magnäi, Anchersen, Eg-gers u. st