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Zur Philosophie und Geschichte Theil 6 (1820) Ideen ; 4
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Ideen zur Philosophie

am schwarzen Meere; und jetzt geriethcn lauter süd-liche deutsche Völker, West- und Ostqothcn, Wanda-len, Alanen, Svcven in Bewegung, denen die Hun-nen folgten. Mit den Sachsen, Franken, Burgun-dern, und Herulern hatte es wieder andre Bewand-»; die letztgenannten standen als Helden, die ihrBlut verkauften, langst in Römischem Solde.

Auch hüte man sich, allen diesen Völkern gleicheSitten oder eine gleiche Kultur zuzueignen; das Ge-gentheil davon zeigt ikr verschiedenes Betragen gegendie übcrwundnen Nationen. Anders verfuhren diewilden Sachsen in Britannien, die streifenden Ala-nen und Sveven in Spanien, als die Ostgothen inItalien oder in Gallien die Burgunder. Die Stamme,die lange an den römischen Grenzen, neben ihrenKolonien und Handelsplätzen, west- oder südlich, ge-wohnt hatten, waren milder und bildsamer, als dieaus den nordischen Wäldern oder von öden Küstenherkamen; daher es z. B. anmaßend seyn würde,wenn jede Horde der Deutschen sich die Mythologieder ständischen Gothen zucignen wollte. Wohin wa-ren diese Gothen nicht gekommen? und auf wiemanchcrley Wegen hat sich diese Mythologie später-hin nicht verfeinert? Dem tapfer« Urdeutschen bleibtvielleicht nichts als sein Thcut oder Luifto,Mann, Hertha, und Wodan, d. i. ein Vater,ein Held, die Erde, und ein Feldherr.

Indessen dürfen wir uns doch, wenigstens brü-derlich , jenes entfernten Schatzes der deutschenFabellehre freuen, der sich am Ende der bewohn-ten Welt, in Island, erhalten oder zusammengefun-den, und durch die Sagen der Normanner undchristlichen Gelehrten augenscheinlich bereichert hat,