26 Ideen zur Philosophie
3 s Bey solch einer stehende» Kricgu-ver fass unc, mußte es den Deutschen noth-wendig an manchen andern Tugenden feh-len, die sie ihrer Hauptneigung, oder ih-rem Hauptbedürfniß, dem Kriege, nichtungern aufopferten. Den Ackerbau trieben sieeben so fleißig nicht, und beugten sogar in manchenStammen durch eine jährlich-neue Vertheilung derAecker dem Vergnügen vor, das jemand an demeignen Besitz und einer bessern Kultur des Landesfinden könnte. Einige, insonderheit östliche Stamme,waren und blieben lange tatarische Jagd - und Hir-tenvölker. Die rohe Idee von Gemeinwaiden undeinem Gesammt-Eigenthum war die Licblingsidee die-ser Nomaden, die sie auch in die Einrichtung ihrereroberten Lander und Reiche brachten. Deutschlandblieb also lange ein Wald voll Wiesen, Moraste undSümpfe, wo der Ur und das Elend, jetzt ausgerot-lete deutsche Heldenthiere, neben den deutschen Men-schcn-Hclden wohnten; Wissenschaften kannten sie nicht,und die wenigen ihnen unentbehrlichen Künste ver-richteten Weiber und größtentheils geraubte Knechte.Völkern dieser Art mußte es angenehm scyn, vonRache, Dürftigkeit, Langerwcile, Gesellschaft odervon einer andern Aufforderung getrieben, ihre ödenWälder zu verlassen, bessere Gegenden zu suchen,oder um Sold zu dienen. Daher waren mehrereStämme in einer ewigen Unruhe, mit - und gegen-
sehr wahr scheinet. Mosers OS n abrück i-sehe Geschichte Th. >. seine Patrioti-sche Phantasien hin und wieder.