der Geschichte der Menschheit. 33 >
Allmählich ward die Erde erfüllt und der Mensch wardalles, was er in solchem und keinem andern Zeitraumauf der Erde werden konnte.
8 . Die Fortpflanzung der Geschlechter und Tra-ditionen knüpfte also auch die menschliche Vernunftan einander: nicht als ob sie in jedem Einzelnen nurein Bruch des Ganzen wäre, eines Ganzen, das inEinem Subjekt nirgend existirct, folglich auch nichtder Zweck des Schöpfers seyn konnte; sondern weiles die Anlage und Kette des ganzen Geschlechts somit sich führte. Wie sich die Menschen fortpflanzen,pflanzen die Thiere sich auch fort, ohne daß eineallgemeine Thiervernunft aus ihren Geschlechtern wer-de ; aber weil Vernunft allein den Bcharrungsstandder Menschheit bildet, mußte sie sich als Charakterdes Geschlechts fortpflanzen: denn ohne sie war dasGeschlecht nicht mehr.
9 . Im Ganzen des Geschlechts hatte sic kein
andres Schicksal, als was sie bei de» einzelnen Glie-dern desselben hakte: denn das Ganze bestehet nur
in einzelnen Gliedern. Sie ward von wilden Leiden-schaften der Menschen, die in Verbindung mit an-dern noch stürmigcr wurden, oft gestört, .Jahrhun-derte lang von ihrem Wege abgelenkt und blieb wieunter der Asche schlummernd. Gegen alle diese Un-ordnungen wandte die Vorsehung kein andres Mittelan, als welches sie jedem Einzelnen gewahret , näm-lich daß auf den Fehler das Uebel folge und jede Träg-heit , Thorheit, Bosheit, Unvernunft und Unbillig-keir sich selbst strafe. Nur weil in diesen Zuständendas Geschlecht Haufenweise erscheint: so müssen auchKinder die Schuld der Eltern, Völker die Unver-nunft ihrer Führer, Nachkommen die Trägheit ihrer
- 'Eft