Z24 Ideen zur Philosophie
brauchen, sind Kinder und auch das Kind wird durchseinen Schmerz den bessern Gebrauch lernen. Künst-liche Uebermacht in der Hand des Despoten, frem-der Lurus unter einem Volk ohne ordnende Gesetze,sind dergleichen tödtende Werkzeuge; der Schade selbstaber macht die Menschen klüger und früh oder spatmuß die Kunst, die sowohl den Luxus als den Despo-tismus schuf, beide selbst zuerst in ihre Schrankenzwingen und sodann in ein wirkliches Gute verwan-deln. Jede ungeschickte Pflugschaar reibet sich durchden langen Gebrauch selbst ab; unbehülfliche, neueRäder und Triebwerke gewinnen blos durch den Um-lauf die bequemere, künstliche Epicykloide. So ar-beitet sich auch in den Kräften des Menschen derübertreibende Mißbrauch mit der Zeit zum guten Ge-brauch um; durch Extreme und Schwankungen zubeiden Seiten wird nothwendig zuletzt die schöne Mitteeines dauernden Wohlstandes in einer regelmäßigenBewegung. Nur was im Menschenreiche geschehensoll, muß durch Menschen bewirkt werden; wir lei-den solange unter unsrer eignen Schuld, bis wir,ohne Wunder der Gottheit, den bessern Gebrauchunsrer Kräfte selbst lernen.
Also haben wir auch nicht zu zweifeln, daß jedegute Thätigkeit des menschlichen Verstandes nothwcn-dig einmal die Humanität befördern müsse und be-fördern werde. Seitdem der Ackerbau in Gang kam:hörte das Menschen- und Eichclnfressen auf; derMensch fand, daß er von den süßen Gaben der Ce-res humaner, besser, anständiger leben könne als vomFleisch seiner Brüder oder von Eicheln und warddurch die Gesetze weiserer Menschen gezwungen, alsozu leben Seitdem man Häuser und Städte bauen