dcr Geschichte der Menschheit. 32 g
gicbt uns diese historisch - erwiesene Regsamkeit desmenschlichen Geistes in das Unendliche künftiger Zei-ten! In den wenigen Jahrhunderten, in welchenGriechenland blühcte, in den wenigen Jahrhundertenunsrer neuen Eultur, wie vieles ist in dem kleinstenThcil dcr Welt in Europa und auch beinah in dessenkleinsten Lhcile ausgedacht, crsunden, gethan, geord-net und für künftige Zeiten aufbewahrt worden! Wieeine fruchtbare Saat sproßten die Wissenschaften undKünste Haufenweise hervor und Eine nährte, Einebegeisterte und erweckte die andre. Wie wenn eineSaite berührt wird, nicht nur alles was Ton hat,ihr zutönct, sondern auch bis ins Unvcrnehmbare hinalle ihre harmonischcn Töne dem anqcklungcnen Lautnachkönen; so erfand, so schuf der menschliche Geist,wenn Eine harmonische Stelle seines Innern berührtward. Sobald er auf Eine neue Zusammcnstimmungtraf, konnten in einer Schöpfung, wo alles zusam-menhangt, nicht anders als zahlreiche neue Verbin-dungen ihr folgen.
Aber, wird man sagen, wie sind alle diese Künsteund Erfindungen angewandt worden? Hat sich dadurchdie praktische Vernunft und Billigkeit, mithin diewahre Eultur und Glückseligkeit des Menschengeschlechtserhöhet? Ich berufe mich auf das was ich kurz vor-her über den Gang der Unordnungen im ganzen Reichder Schöpfung gesagt habe, daß cs nach einem In-nern Naturgesetz ohne Ordnung keine Dauer erhaltenkönne, nach welcher doch alle Dinge wesentlich stre-ben. Das scharfe Messer in dcr Hand des Kindesverletzt dasselbe; deshalb ist aber die Kunst, die diesMesser erfand und schärfte, eine der unentbehrlich-sten Künste. Nicht alle die cin solches Werkzeug
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