32 » Ideen zur Philosophie
Zweitens. Noch augenscheinlichermacht die Wohnung der Menschen denFortgang unsres Geschlechts kennbar.
Wo sind die Zeiten, da die Volker wie Troqlo-dyten hie und da in ihren Höhlen, hinter ihrenMauern saßen und jeder Fremdling ei» Feind war?Da half, blos und allein mit der Zeitenfolge, keineHöhle, keine Blauer; die Mensche» mußten sich ein?ander kennen lernen: denn sie find allesammt nurEin Geschlecht auf Einem nicht großen Planeten.Traurig genug, daß sie sich einander fast allenthalbenzuerst als Feinde kennen lernten und einander wieWölfe anstaunten ; aber auch dies war Naturordnung.Der Schwache fürchtete sich vor dem Stärker» , derBetrogne vor dem Betrüger, der Vertriebne vor demder ihn abermals vertreiben könnte, das unerfahrneKind endlich vor jedem Fremden. Diese jugendlicheFurcht indeß und alles, wozu sie mißbraucht wurde,konnte den Gang der Natur nicht ändern: das Bandder Vereinigung zwischen mehreren Nationen wardgeknüpft, wenn gleich durch die Rohheit der Men-schen zuerst auf harte Weise. Die wachsende Ver-nunft kann den Knoten brechen: sie kann aber dasBand nicht lösen, noch weniger alle die Entdeckun-gen ungeschehen machen, die jetzt einmal geschehensind. Moses und Orpheus, Homers und Herodots,Strabo und Plinius Erdgeschichte, was sind sicgegen die unsre ? Was ist der Handel der Phönicier,Griechen und Römer gegen Europa's Handel? Undso ist uns mit dem was bisher geschehen ist, auchder Faden des Labyrinths in die Hand gegeben . waskünftig geschehen werde. Der Mensch, so lange ecMensch ist, wird nicht ablassen, seinen Planeten zu
durch-