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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
319
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der Geschichte der Menschheit. 3iy

des Lebens und dcis Daseyn nach diesem Leben Ork-und Zcitmaßig sammlcte. Gewiß würde auch schonin diesen kurzen Zeiträumen ein Fortgang des Ge-schlechts bemerkbar, der eben sowohl die Bestandheitder ewig-jungen Natur, als die fortwirkcnden Ver-änderungen unsrer alten Mutter Erde zeigte. Diesepflegt der Menschheit nicht allein; sie tragt alle ihreKinder auf Einem Schoos, in denselben Mutterar-mcn: wenn Eins sich verändert, müssen sie sich alleverändern.

Daß dieser Zeiten-Fortgang auch auf die Denkartdes Menschengeschlechts Einfluß gehabt habe, ist un-läugbar. Man erfinde, man singe jetzt eine Jliade:man schreibe wie Aeschylus, Sophokles und Plato;es ist unmöglich. Der einfache Kinderfilm, die un-befangene Art die Welt anzusehen, kurz die Griechi-sche Jugendzeit ist vorüber. Ein Gleiches ists mitEbräern und Römern; dagegen wissen und kennenwir eine Reihe Dinge, die weder Ebräcr noch Römerkannten. Ein Tag hat den andern, ein Jahrhundertdas andre gelehrt: die Tradition ist reicher worden:die Piuse der Zeiten, die Geschichte selbst spricht mithundert Stimmen, singt aus hundert Flöten. Mögein dem ungeheuren Schneeball, den uns die Zeitenzugcwälzt haben, so viel Unrath , so viel Verwirrungseyn, als da will; selbst diese Verwirrung ist einKind der Jahrhunderte, die nur aus dem unermüd-lichen Fvrtwälzen Einer und derselben Sache entste-hen konnte. Jede Wiederkehr also in die alten Zei-ten, selbst das berühmte Platonische Jahr ist Dich-tung, es ist dem Begriff der Welt und Zeit nachunmöglich. Wir schwimmen weiter; nie aber kehrtder Strom zu seiner Quelle zurück, als ob er nieentronnen wäre.