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3rr Ideen zur Philosophie
der Mäßigung hinweg: jetzt sind sie in der Handderselben und büßen Zeitlebens vielleicht die Folgeneiner kleinen Unvernunft und Thocheit. Oder wennsie das Glück zu sehr erhob und sie sich jetzt aufder höchsten Stufe desselben fühlen; was stehet ihremahnenden Geist bevor, als die Wankelmuth diesertreulosen Göttin, mithin selbst aus der Saal ihrerglücklichen Untcrnekmunqen ein keimendes Un-glück? Vergebens wendest du dein Antlitz, mitleidi-ger Casar, da dir das Haupt deines erschlagenenFeindes Pcmpejus gebracht wird und bauest der Ne-mesis einen Tempel. Du bist über die Granzc desGlückes wie über den Rubikon hinaus: die Göttinist hinter dir und dein blutiger Leib wird an derBildsäule desselben Pompejus zu Boden sinken. Nichtanders ists mit der Einrichtung ganzer Länder, weilsie immer doch nur von der Vernunft oder Unver-nunft einiger Wenigen abhanqcn, die ihre Gebietersind oder heißen. Die schönste Anlage, die auf Jahr-hunderte hin der Menschheit die nützlichsten Früchteversprach, wird oft durch den Unverstand eines Ein-zigen zerrüttet, der, statt Aestc zu beugen, den Baumfallet. Wie einzelne Menschen, so konnten auchganze Reiche am wenigsten ihr Glück ertragen; esmochten Monarchen und Despoten oder Senat undVolk sie regieren. Das Volk und der Despot ver-stehen am wenigsten der Schicksalsgöttin warnendenWink: vom Schall des Namens und vom Glanzeines eitlen Ruhms geblendet, stürzen sie hinausüber die Grenzen der Humanität und Klugheit, bissic zu spät die Folgen ihrer Unvernunft wahrnehmen.Dies war das Schicksal Roms, Athens und meh-rerer Völker: gleichergestalt das Schicksal Alexanders