der Geschichte der Menschheit. 3oi
ganze Volk aber vor dem Untergange nicht sichert.Mehrere kleine Nationen haben sich unter einanderaufgerieben; andere sind so dünne geworden , daß imbösen Eonflict mit den Blattern, dem Branntweinund der Habsucht der Europäer manche derselben wahr-scheinlich noch ein gleiches Schicksal erwartet. Jemehr in Asien und in Europa die Verfassung einesStaats Kunst ward, desto fester stehet er in sich,desto genauer ward er mit andern zusammengegrün-det, so daß Einer ohne den andern selbst nicht zufallen vermag. So steht Sina, so stehet Japan;alle Gebäude, tief unter sich selbst gegründet. Künst-licher schon waren die Verfassungen Griechenlandes,dessen vornehmste Republiken Jahrhunderte lang umein politisches Gleichgewicht kämpften. Gemeinschaft-liche Gefahren vereinigten sie und wäre die Verei-nigung vollkommen gewesen: so hatte das rüstige Volkdem Philippus und den Römern so glorreich wider-stehen mögen, wie es einst dem Darius und Terxesobgesiegt halte. Nur die schlechte Staatskunst allerbenachbarten Völker war Roms Vortheil; gethciltwurden sie angegriffen, getheilt überwunden. Eingleiches Schicksal hatte Rom, da seine Staats- undKriegskunst verfiel: ein gleiches Schicksal Judäa undAegypten. Kein Volk kann untergehen, dessen Staatwohl bestellt ist; gesetzt daß es auch überwunden wird,wie mit allen seinen Fehlern selbst Sina bezeuget.
Noch augenscheinlicher wird der Nutze einer durch-dachten Kunst, wenn von der innern Haushaltungeines Landes, von seinem Handel, seiner Rechtspflege,seinen Wissenschaften und Gewerben die Rede ist;in allen diesen Stücken ist offenbar, daß die höhereKunst zugleich der höhere Vortheil sey. Ein wahrer