Ideen zur Philosophie
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sten Ehrenkunst gekrönter Häupter gemacht haben.Seitdem Könige in eigner Person mit eben so Lei-denschaft- alS Zahllosen Heeren dies Ehrenspiel trei-ben: so sind wir, blos der Ehre des Feldherr» we-gen , vor Belagerungen die 10 oder vor Kriegen die71 Jahr dauren, sicher; zumal die letzten auch, dergroßen Heere wegen, sich selbst aufhebcn. Also hatnach einem unabänderlichen Gesetz der Natur dasUcbcl selbst etwas Gutes erzeuget, indem die Kriegs-kunst den Krieg einem Tlieile nach verrilgt hat. Auchdie Räubereien und Verwüstungen haben sich durchsie, nicht eben aus Menschenfreundschaft sondern derEdre des Feldherr» wegen, vermindert. Das Rechtdes Krieges und daS Betragen gegen die Gefangenenist ungleich milder worden, als cs selbst bei denGriechen war; an die öffentliche Sicherheit nicht zugedenken, die blos in kriegerischen Staaten zuerstaufkam. Das ganze Römische Reich z. B. war aufseinen Straßen sicher, solang' es der gewaffncte Ad-ler mit seinen Flügeln deckte; dagegen in Asien undAfrika , selbst in Griechenland einem Fremdlinge dasReisen gefährlich ward, weil cs diesen Ländern aneinem sichernden Allgemeingeist fehlte. So verwan-delt sich das Gift in Arznei, sobald cs Kunst wird:einzelne Geschlechter gingen unter; das unsterblicheGanze aber überlebt die Schmerzen der verschwin-denden Theile und lernt am Uebcl selbst Gutes.
Was von der Kriegskunst galt, muß von derStaatskunst noch mehr gelten; nur ist sie eine schwe-rere Kunst, weil sich in ihr das Wohl des ganzenVolks vereinet. Auch der Amerikanische Wilde hatseine Staatskunst; aber wie eingeschränkt ist sie, dasie zwar einzelnen Geschlechtern Vortheil bringt, das