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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
302
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Ideen zur Philosophie

Kaufmann betrügt nicht, weil Betrug nie bereichert;so wenig als ein wahrer Gelebrter mit falscher Wis-senschaft großlhut oder ein Rechtsgelehrker, der denNamen verdient, wissentlich je ungerecht seyn wird,weil alle diese sich damit nicht zu Meistern sondernzu Lehrlingen ihrer Kunst bekennten. Eben so ge-wiß muß eine Zeit kommen, da auch der Staats-Unvernünftige sich seiner Unvernunft schämet und csnichr minder lächerlich und ungereimt wird, ein tyran-nischer Despot zu seyn, als es in allen Zeiten fürabscheulich gehalten worden; sobald man »amlich klartvie der Tag einsieht, daß jede Staats-Unvernunftmit einem falschen Einmal Eins rechne und daß,wenn sie sich damit auch die größestcn Summen er-rechnet» , sie hiemit durchaus keinen Vortheil ge-winne. Dazu ist nun die Geschichte geschrieben undes werden sich im Verfolg derselben die Beweise die-ses Satzes klar zeigen. Alle Fehler der Regierungenhaben vorausqehcn und sich gleichsam erschöpfen müssen,damit nach allen Unordnungen der Mensch endlichlerne, daß die Woblfahrt seines Geschlechts nicht aufWillkühc sondern auf einem ihm wesentlichen Natur-gesetz, der Vernunft und Billigkeit rube. Wir ge-hen jetzt der Entwicklung desselben entgegen und dieinnere Kraft der Wahrheit möge ihrem Vortrageselbst Licht und Ueberzeugung geben.