der Geschichte der Menschheit. 279
Ja da das meiste Nebel der Menschen von ihnen selbst,von ihrer schlechten Verfassung und Regierung, vomTrotz der Unterdrücker und von einer beinah unver-meidlichen Schwachheit der Beherrscher und der Be-herrschten herrührct; welch ein Schicksal wars, dasden Menschen unter das Joch seines eignen Ge-schlechts , unter die schwache oder tolle Willkühr seinerBrüder verkaufte? Man rechne die Zeitalter desGlückes und Unglücks der Völker, ihrer guten undbösen Regenten, ja auch bei den besten derselben dieSumme ihrer Weisheit und Thorheit, ihrer Ver-nunft und Leidenschaft zusammen: welche ungeheureNegative wird man zusammcnzählen! Betrachte dieDespoten Asiens, Afrika's, ja beinahe der ganzenErdrunde: siehe jene Ungeheuer auf dem RömischenThron, unter denen Jahrhunderte hin eine Weltlitt: zahle die Verwirrungen und Kriege, die Unter-drückungen und leidenschaftlichen Tumulte zusammenund bemerke überall den Ausgang. Ein BrutuSsinkt und Antonius triumphiret: Germanikus gehtunter und Tibcrius, Ealigula, Nero herrschen: Ari-stides wird verbannt: Confucius fliehet umher: So-krates, Phocion, Seneca sterben. Freilich ist hierallenthalben der Satz kenntlich: „was ist, das ist:was werden kann, wird : was untergehen kann , gehtunter;" aber ein trauriges Anerkenntniß, das unsallenthalben nichts als den zweiten Satz predigt, daßauf unsrer Erde wilde Macht und ihre Schwester,die boshafte List siege."
So zweifelt und verzweifelt der Mensch, aller-dings nach vielen scheinbaren Erfahrungen der Ge-schichte , ja gewiffermaße hat diese traurige Klage dieganze Oberfläche der Weltbegebenheiten für sich; dar