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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
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273 Ideen zur Philosophie

licher als es die Griechen waren? und sind wirsmehr als beide?

Die Natur des Menschen bleibt immer die-selbe ; im zehntausendsten Jahr der Welt wird ermit Leidenschaften gsbohren, wie er im zweiten der-selben mit Leidenschaften gebohren ward und durch-lauft den Gang seiner Thorhciten zu einer spaten,unvollkommenen, nutzlosen Weisheit. Wir gehen ineinem Labyrinth umher, in welchem unser Leben nureine Spanne abschneidet; daher es uns fast gleich-gültig seyn kaim, ob der Irrweg Entwurf und Aus-gang habe.

Trauriges Schicksal des Menschengeschlechts,das mit allen seinen Bemühungen an Jrions Rgd,an Sisyphus Stein gefesselt und zu einem Tantali-schen Sehnen verdammt ist. Wir müssen wollen,wir müssen streben : ohne daß wir je die Frucht unsrerMühe vollendet sehen oder aus der ganzen Geschichteein Resultat menschlicher Bestrebungen lernten. Ste-het ein Volk allein da: so nutzt sich sein Geprägeunter der Hand her Zeit ab ; kommt es mit andernins Gedränge: so wird es in den schmelzenden Tiegelgeworfen, in welchem sich die Gestalt desselben gleich-falls verlieret. So bauen wir aufs Eis: so schrei-ben wir in die Weste' des Weers ; die Welte ver-rauscht, das Eis zerschmilzt und hin ist unser Pallast,wie unsre Gedanken.

Wozu also die unselige Mühe , die Gott demMenschengeschlecht in seinem kurzen Lehen zum Tag-werk gab? wozu die Last, unter der sich jeher zumGrabe hinabarbeitet? Und niemand wurde gefragt,ob er sie über sich nehmen, ob er auf dieser Stelle,zu dieser Zeit, in diesem Kreise gebohren seyn wollte ?