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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
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Jur Philos. der Geschichte der Menschheit. 277

Die Ursache dieser Vergänglichkeit aller irdi-schen Dinge liegt in ihrem Wesen, in dem Ort densie bewohnen, in dem ganzen Gesetz, das unsre Na-tur bindet. Der Leib der Menschen ist eine zerbrech-liche, immer verncuete Hülle, die endlich sich nichtmehr erneuen kann; ihr Geist aber wirkt auf Erdennur in und mit dem Leibe. Wir dünken uns selbst-ständig und hangen von allem in der Natur ab;in eine Kette wandelbarer Dinge verflochten müssenauch wir den Gesetzen ihres Kreislaufs folgen, diekeine andre sind als Entstehen, Seyn und Verschwin-den. Ein loser Faden knüpft das Geschlecht derMenschen, der jeden Augenblick reißt, um von neuemgeknüpft zu werden. Der kluggewordene Greis gehtunter die Erde, damit sein Nachfolger ebenfalls wieein Kind beginne, die Werke seines Vorgängers viel-leicht als ein Thor zerstöre und dem Nachfolger die-selbe nichtige Mühe überlasse, mir der auch Er seinLeben verzehret. So kette» sich Tage: so ketten Ge-schlechter und Reiche sich an einander. Die Sonnegeht unter, damit Nacht werde und Menschen sichüber eine neue Morgenröthe freuen mögen.

Und wenn bei diesem Allen nur noch einigerFortgang merklich wäre; wo zeigt dies.r sich aber inder Geschichte? Allenthalben stehet man in ihr Zer-störung , ohne wahrzunehmen, daß das Erneuctebesser als das Zerstörte werde. Die Nationen blühenauf und ab; in eine abgeblühete Narion kommt keinejunge, geschweige eine schönere Blütbe wieder. DieEultur rückt fort; sie wird aber damit nicht voll-kommener: am neuen Ort werden neue Fähigkeitenentwickelt; die alten des alten Orts gingen unwider-bringlich unter. Waren die Römer tveiser und glück-