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der Geschichte der Menschheit. 271
Philosophische Art, eine Geschichte anzuschaucn, istdiese; alle denkenden Geister haben sie auch un-wissend grübet.
Nichts stünde dieser Parteilosen Betrachtungmehr entgegen, als wenn man selbst der blutigenrömischen Geschichte einen eingeschränkten, geheimenPlan der Vorsehung unterschieben wollte; wie wennRom z. B. vorzüglich deßhalb zu seiner Höhe gestie-gen sey, damit es Redner und Dichter erzeugen,damit es das Römische Recht und die lateinischeSprache bis an die Granzen seines Reichs ausbrei-tcn und alle Landstraßen ebnen möchte, die christlicheReligion cinzuführen. Jedermann weiß, welche un-geheure Uebel Rom und die Welt umher drückten,eh solche Dichter und Redner aufkommcn konnten;wie theuer z. B. Sicilien des Cicero Rede gegenden Vcrres, wie theuer Rom und ihm selbst seine Redengegen Catilina, seine Angriffe auf den Antonius gewesenu. f. Damit eine Perle gerettet würde, mußte alsoein Schiff untergeben und tausend Lebendige kamenum, blos damit auf ihrer Asche einige Blumenwüchsen, die auch der Wind zerstäubet. Um eineAeneis des Virgils, um die ruhige Muse einesHoraz und seine urbanen Briefe zu erkaufen, muß-ten Ströme von Römerblut vorher vergossen, zahl-lose Völker und Reiche unterdrückt werden; warendiese schönen Früchte eines erpreßten gvldnen Alterssolches Aufwandes werth? Mit dem RömischenRechte ists nicht anders: denn wem ist unbekannt,welche Drangsale die Völker dadurch erlitten, wiemanche menschlichere Einrichtung der verschiedenstenLander dadurch zerstört worden? Fremde Völkerwurden nach Sitten gerichtet, die sie nicht kannten;