Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
266
Einzelbild herunterladen
 

266

Ideen zur Philosophie

nur Ein Rom sey je in der Welt gewesen und vomhölzernen Amphitheater des Eurio an bis zum Eo-liseum des Vcspasians, vom Tempel des JupiterStators bis zum Pantheon des Agrippa oder demFriedenstcmpcl, vom ersten Triumphthor eines ein-ziehenden Siegers bis zu den Siegcsbogcn und El>-rensaulen Augustus, Titus, Trajans, Severus u. f.sammt jeder Trümmer von Denkmahlcn ihres öffent-lichen und häuslichen Lebens habe Ein Genius ge-waltet. Der Geist der Völkerfreiheit und Menschen»freundschaft war dieser Genius nicht; denn wennman die ungeheure Mühe jener arbeitenden Men-schen bedenkt, die diese Marmor- und Steinfclsenoft aus fernen Landen hcrbcischaffen und als über-wundene Sklaven errichten mußten: wenn man dieKosten überschlagt, die solche Ungeheuer ^dcr Kunstvom Schweiß und Blut geplünderter, ausgesognerProvinzen erforderten, ja endlich, wenn wir dengrausamen, stolzen und wilden Geschmack überlegen,den durch jene blutigen Fechterspiele, durch jene un-menschlichen Thierkampfe, jene barbarischen Triumph-auszüge u. f. die meisten dieser Denkmahle nährten;die Wollüste der Bäder und Pallaste noch ungerech-net : so wird man glauben müssen, ein gegen dasMenschengeschlecht feindseliger Dämon habe Romgegründet, um allen Irdischen die Spuren seinerdämonischen übermenschlichen Herrlichkeit zu zeigen.Man lese über diesen Gegenstand des altern Pliniusund jedes edlen Römers eigene Klagen: man folgeden Erpressungen und Kriegen nach, durch welchevie Künste Etruriens, Griechenlandes und AcgvptenSnach Rom kamen: so wird man den Steinhaufen

der Römischen Pracht vielleicht als die höchste Summe