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Ideen zur Philosophie
viele und große Geschichtschreiber gehabt, als diesebarbarisch-genannten Römer? Rach den wenigenBruchstücken und Proben eines Cornelius, Casar,Livins u. st harre die Römische Geschichte zwar nichtjene Anmuth und süße Schönheit der griechischenHistorie; dafür aber gewiß eine Römische Würdeund in Sallust, Tacitus u. a. viel philosophische undpolitische Klugheit. Wo große Dinge gcthan werden,wird auch groß gedacht und geschrieben; in derSklaverei verstummet der Mund, wie die spatereRömische Geschichte selbst zeiget. Und leider ist dergrößeste Thcil der Römischen Geschichtschreiber ausRoms freien oder halbfreicn Zeiten ganz verlohre«.Ein unersetzlicher Verlust: denn nur Einmal lebtensolche Männer; nur Einmal schrieben sie ihre eigneGeschichte.
Der Römischen Geschichte ging die Beredsam-keit als Schwester und beiden ihre Mutter, dieStaats- und Kriegskunst zur Seite; daher auchmehrere der gröficsten Römer in jeder dieser Wissen-schaften nicht nur Kenntnisse hatten, sondern auchschrieben. Unbillig ist der Tadel, den man denGriechischen und Römischen Geschichtschreibern dar-über macht, daß sie ihren Begebenheiten so oftStaats - und Kriegsreden einmischten: denn da in
der Republik durch öffentliche Reden Alles gelenktwurde, hatte der Geschichtschreiber kein natürlichesBand, durch welches er Begebenheiten binden, viel-seitig darstellen und pragmatisch erklären konnte,als eben diese Reden: sie waren ein weit schöneres
Mittel des pragmatischen Vortrages, als wenn derspatere Tacitus und seine Brüder, von Nvth ge-zwungen , ihre eigenen Gedanken einförmig zwischen-