der Geschichte der Menschheit. 25g
webten. Indessen ist auch Tacitus mit seinem Re-flexions-Geist oft unbillig beurtheilt worden: denn
in seinen Schilderungen sowohl als im gehaßigenTon derselben ist er an Geist und Her; ein Römer.Ihm wars unmöglich, Begebenheiten zu erzählenohne daß er die Ursachen derselben entwickle und dasVerabscheuungswürdige mit schwarzen Farben mahle.Seine Geschichte ächzet nach Freiheit und in ihremdunkel-verschlossenen Ton beklagt sie den Verlust der-selben weit bitterer, als sie's mit Worten thunkönnte. Nur der Zeiten der Freiheit d. i. offenerHandlungen im Staat und im Kriege erfreuet sichdie Beredsamkeit und Geschichte; mit jenen sindbeide dahin: sie borgen im Müssiggange deS Staatsauch müßige Betrachtungen und Worte.
In Absicht der Beredsamkeit indessen dürfenwir den Verlust nicht minder großer Redner alsGeschichtschreiber weniger beklagen; der einzige Ciceroersetzet uns viele. In seinen Schriften von der Re-dekunst giebt er uns wenigstens die Charaktere sei-ner großen Vorgänger und Zeitgenossen; seine Re-den selbst aber können uns jetzt statt Carv's, An-tonius , Hortensius, Cäsars u. a. dienen. Glänzendist das Schicksal dieses Mannes, glänzender nachseinem Tode als cs im Leben war. Nicht nur dieRömische Beredsamkeit in Lehre und Mustern, son-dern auch den größesten Thcil der griechischen Phi-losophie hat Er gerettet, da ohne seine Beneidens-werthen Einkleidungen die Lehren mancher Schulenuns wenig mehr, als dem Namen nach bekanntwären. Seine Beredsamkeit übertrifft die Donnerdes Demosthenes nicht nur an Licht und philosophi-
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