Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 24Ä'

nie gekonnt; und auch das erste vermochte es nurdurch Mittel, die der Verfassung einer Stadt völligentgegen waren. Schon die ersten Könige, die aufEroberungen ausgingen , waren gcnöthigt, einigeüberwundene Städte und Völker in die Mauern Romszu nehmen, damit der schwache Baum Wurzel undStamm erhielt, der so ungeheure Aeste treiben wollte;die Zahl der Einwobner Roms wuchs also schreck-lich. Nachher schloß die Stadt Bündnisse und dieBundsverwandten zogen mit ihr zu Felde; sie nah-men also an ihren Siegen und Eroberungen Lheilund waren Römer, wenn sie gleich noch nicht Rö-mische Bürger oder Einwohner der Stadt waren.Bald also entglommen jene heftige Streitigkeiten,daß auch den Bundsgcnossen das Bürgerrecht Romszukomme; eine unvermeidliche Federung, die in derNatur der Sache selbst lag. Aus ihr entstand dererste bürgerliche Krieg, der Italien dceihunderktau-send seiner Jünglinge kostete und Rom, das sogarseine Freigelassenen bewaffnen mußte, an die Grun-zen des Unterganges brachte: denn es war ein Kriegzwischen Haupt und Gliedern, der nicht anders alsdamit endigen konnte, daß künftig auch die Gliederzu diesem unförmlichen Haupt gehören sollten. Nunwar ganz Italien Rom und es verbreitete sich, zuegroßen Verwirrung der Welt, immer weiter. Ichwill nicht daran denken, was diese Romanisirung fürgerichtliche Unordnung in alle Städte Italiens brachteund nur das Uebel bemerken, das fortan aus allenGegenden und Enden in Rom selbst Zusammenstoß.Wenn vorher schon alles nach dieser Stadl drängteund die Tafeln des Eensus so wenig rein gehallen

Q 2