2 i 2 Ideen zur Philosophie
2. Es liegt ein Widerspruch in dem Grundsatz:Nom, die Königin der Nationen, Rom, die Be-herrscherin der Welt: denn Rom war nur eine
Stadt und ihre Einrichtung eine Stadt-Einrichtung. Zwar trug es allerdings zur hart-näckigen Bekriegung der Völker, mithin zu seinenlangen Siegen dei, daß Roms Kricgsentschlüsse dieEntschlüsse eines unsterblichen Senats, nicht einessterblichen Monarchen waren, weil sich der Geistseiner Welkverdcrblichen Maximen in einem Colle-gium notbwcndig m.br als in einer wandelbaren Reibevon Beherrschern erhalten mußte. Za da Senatund Volk fast immer in Spannug gegen einanderstanden und jener bald dcm ulrruhigcn Haufe», baldeinem unruhigen Kopf Kriege schaffen und auswärtszu thun geben jnußte, damit inwendig die Ruhe ge-sichert bliebe : so trug auch diese daurcnde Spannungallerdings zur fortgesetzten Wellstörung viel bei. End-lich da der Senat selbst zu seiner Aufrcchthaltungoft nicht nur Siege oder Siegs-Gerüchte, sondernselbst harte drohende Gefahren nöthig batte und je-der kühne Patricicr, der durchs Volk wirken wollte,Geschenke, Spiele, Namen, Triumphe bedurfte,welches alles ihm allein oder vorzüglich der Krieggewahren konnte: freilich so gehörte diese vielgetheilte,unruhige Stadtregierung dazu, die Welt in Unruhezu setzen und sie Jahrhunderte darin zu erhalten,denn kein geordneter, mit sich selbst friedlicher Staathatte um seiner eignen Glückseligkeit willen der Erdedies schreckliche Schauspiel gegeben. Ein andres istsaber, Eroberungen machen und sie erhalten: Siegeerfechten und sie zum Nutzen des Staats gebrauchenDas letzte hat Rom seiner innern Einrichtung wegen