Ideen zur Philosophie
2.16
des Staats vermehrte er auf den dritten Theil,zwölftausend Talente, und sein ganzes Heer war sobereichert, daß der geringste Soldat von ihm überzweihundert Thaler Triumph-Geschenk erhalten konn-te, außer allem was er schon als Beute mit sichführte; welch ein Räuber! Auf diesem Wege gingCraffus fort, der aus Jerusalem allein zehntausendTalente raubte und wer fernerbin nach Orient zog,kam, wenn er wiedcrkam, mit Gold und Ucppigkeilbeladen wieder. Dagegen, was baden die Römerden Morgenlandern gegeben? Weder Gesetze noch-Frieden, weder Einrichtung , noch Volk, noch Künste.Sic haben Lander verheert, Bibliotheken verbrannt,Altäre, Tempel, Städte verwüstet. Ein Theil derÄlerandrinischen Bibliothek ging schon durch JuliusCasar in Flammen unter und den größten Theil derPergamcnischen batte Antonius der Kleopatra ge-schenkt, damit einmal beide auf Einer Stelle unter-gehen könnten. So machen die Römer, die derWelt Licht bringen wollen, allenthalben zuerst ver-wüstende Nacht; Schatze von Golde und Kunstwerkenwerden erpreßt: Welttheile und Aeonc» alter Gedan-ken sinken in den Abgrund: die Charaktere der Völ-ker stehen ausgeloscht da und die Provinzen untereiner Reihe der abscheulichsten Kaiser werden aus-gesogen, beraubt, gemißhandclt.
Fast noch bedaucender wende ich mich Westwärtszu den verheerten Nationen in Spanien, Gallien undwohin weiter die Hände der Römer reichten. -Dortwaren die Lander, die sie unterjochten, meistens schonverblühcte Blüthen; hier wurden durch^sie noch un-reife, aber volle Knospen in ihrem ersten Jugend-