2^4 Ideen zur Philosophie
mochten. Der Handel wich aus diesen Meeren undSeeräuber vertraten bald seine Stelle, wie sie solchenoch immer vertreten. Das Kornreiche Afrika warunter Römischen Eolonieen nicht, was es unterKarthago so lange gewesen war; es ward eine Brod-kammer des römischen Pöbels, ein Fanqgarten wil-der Thicre zu seiner Ergötzung und ein Magazinder Sklaven. Traurig liegen die Ufer und Ebnendes schönsten Landes noch jetzo da, denen die Römerzuerst ihre inländische Eultur raubten. Auch jederBuchstab Panischer Schriften ist uns entgangen:Aemilian schenkte sie den Enkeln des Masinissa, EinFeind Karchago's dem andern.
Wohin sich von Karthago aus mein Blick wen-det, stehet er Zerstörungen vor sich, denn allenthal-ben ließen diese Welterobercr gleiche Spuren. Warees den Römern Ernst gewesen, Befreier Griechen-landes zu seyn, unter welchem großmüthigen Namensie sich dieser kindisch - gewordnen Nation bei den Jsth-mischen Spielen ankündigen ließen; wie anders hat-ten sie gewaltet! Nun aber, wenn Paullus Aemi-lius siebenzig Epirotische Städte plündern und hun-dert - fünfzig - tausend Menschen als Sklaven verkau-fen laßt, um nur sein Heer zu belohnen, wennMetellus und Silanus Makedonien, Mummius Ko-rinth, Sulla Athen und Delphi verwüsten und plün-dern, wie kaum Städte in der Welt geplündertsind: wenn dieser Ruin sich forthin auch auf diegriechischen Inseln erstreckt und Rhodus, Eppern,Ereta kein besseres Schicksal haben als Griechenlandhatte, nämlich eine Easse des Tributs und ein Plün-derungsort für die Triumphe der Römer zu werden,wenn der letzte König Makedoniens, mit seinen