X
2^2 Ideen zur Philosophie
der Welt ists anders ergangen, sobald RömischeHände zu ihr reichten^
Als Rom Italien unterjocht hatte, singen seineHandel mit Karthago an; und mich dünkt, aufeine Weise, der sich auch der entschlossenste Römer?freund schämet. D>e Art, wie sie, um in SicilienFuß zsi gewinnen, den Mamertinern bcistanden, dieArt, wie sie Sardinien und Eorsika Wegnahmen«als eben Kartbago von seinen Mielkwölkcrn bedrängtward, die Art endlich, wie der weise Senat rath-schlagte: ,,ob ein Kartbago auf Erden geduldet wer-
den sollte?" nicht anders, als ob von einem Kraur-kopf, den man selbst gepflanzt hatte, die Rede
wäre; alles dies und hundert Härten dieser Artmachen bei jeder Klugheit und Tapferkeit die Römi-sche zu einer Dämonengcschichte. Sey es Scipivselbst, der einem Karthago, das den Römern kaummehr schaden kan» , das mit thcurem Tribut selbstHülfe von ihnen erflehet und ihnen auf ihr Ver-sprechen jetzt Waffen, Schiffe, Zeughäuser und drei-hundert vornehme Geiseln in die .Hände liefert; seycs Scipio oder ein Kokt, der ihm in solcher Lageden kalten, stolzen Antrag seiner Zerstörung als einSenatusconsult mitbringct; cs bleibt ein schwarzer,dämonischer Antrag, dessen sich gewiß der edle Uc-bcrbringer selbst schämte. „Karthago ist eingenom-men" schrieb er nach Rom zurück; als ob er mitdiesem 'Ausdruck seine unrühmliche That selbst be-decken wollte: denn nie haben doch die Römer ein
solches Karthago der Welt veranlasset oder gegeben.Auch ein Feind dieses Staats, der alle Schwächenund Laster desselben kennet, sieht mit Erbitterung