23 c, Ideen zur Philosophie
sich brachten. Und was war der Erfolg dieser Muhe?Zerstörung und Verheerung. Ich rcäme die Men-schen nichr, die von beiden Seiten erschlagen wur-den und durch deren Niederlage ganze Nationen wiedie Etrusker und Samniter zu Grunde gingen; dieAufhebung ihrer Gemeinheiten sammt der Zerstörungihrer Städte war das größere Unglück, das diesemLande geschah, weil es bis in die fernste Nachweltreichte. Mochten diese Völker nach Rom verpflanztoder ihre traurige Reste chm als Bundesgenossenzugezöhlt oder sie gar als Untecthanen behandelt undvon Eolonieen beschränkt werden: nimmer kam ih-nen ihre erste Kraft wieder. Einmal an das eherneJoch Roms geknüpft, mußten sic als Bundesgenossenoder Unterthanen Jahrhunderte durch ihr Blut fürRom vergießen, nicht zu ihrem sondern zu RomsVortheil und Ruhme. Einmal an das Joch Romsgeknüpft, kamen sie ohnqcachtet aller Freiheiten, dieman diesem und jenem Volk gewahrte, zuletzt dochdahin, daß jedermann nur in Rom Glück, Ansehen,Recht, Reichihum suchte: so daß die große Stadtin wenigen Jahrhunderten das Grab Italiens wur-de. Früher oder spater galten Roms Gesetze allent-halben, die Sitten der Röm-r wurden ItaliensSitten, ihr tolles Ziel der Aeltbekerrschunq locktealle diese Völker sich zu ihm zu drängen und end-lich in Römischer Ileppigkeit zu ersterben. Dagegenhalfen zuletzt keine Weigerungen, keine Einschrän-kungen und Verbote: denn der Lauf der Narur, ein-mal von seinem Wege abgeleitet, läßt sich durchkeine spätere Willkühr menschlicher Gesetze andern.So ward Italien von Rom allmählich ausqesogen,entnervt und entvölkert, daß zuletzt rohe Barbaren