Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
227
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 227

Legion war; allein sie schämelen sich nicht, mit derZeit die alte Stellung ihres Heers zu ändern, denalten Phalanx beweglicher zu machen und warfendurch diese Beweglichkeit bald selbst die geübte Ma-kedonische Schlachtordnung, das damalige Musterder Kriegskunst , über den Haufen. Statt ihrer altenlateinischen Rüstung nabmen sie von den Etruskernund Samnitern an Waffen an, was ihnen diente:sie lernten von Hannibal Ordnung der Marsche,dessen langer Aufenthalt in Italien ihnen die schwersteKri.egsübunq war, die sie je gehabt haben. Jedergroße Feldherr, unter welchen die Scipionen, Ma-rius, Sulla, Pompejus, Casar waren, dachtenüber ihr Lebenslanges Kciegswerk als über eine Kunstnach und da sie solche gegen die verschiedensten,auch durch Verzweiflung, Muth und Starke sehrkapfern Völkern zu üben hatten, kamen sic noth-wendig in jedem Lheii ihrer Wissenschaft weit. Nichtaber in den Waffen, in der Schlachtordnung undim Lager bestand der Römer ganze Starke: sondernvielmehr in dem unerschrockenen KriegSgeist ihrerFeldherren und in der geübten Starke des Kriegers,der Hunger, Durst und Gefahren ertragen konnte,der seiner Waffen sich als seiner Glieder bedienteund den Anfall der Spieße aushalrend, mit demkurzen Römischen Schwert in der Hand, das Herzdes Feindes mitten im Phalanx selbst suchte. Dieskurze Römerschwert, mit Römermuth geführt, hatdie Welt erobert. Es war Römische Kriegsart, diemehr angriff, als sich verlheidigte, minder belagerteals schlug und immer den.geradesten, kürzesten Wegging zum Sieg' und zum Ruhme. Ihr dienten

P 2