der Geschichte der Menschheit. 223
Standes die Ursach' aller folgenden innern Zerrüt-tungen wurde. Ein Gleichgewicht zwischen Senatund Volk, zwischen Patricicrn und Plebejer» zutreffen war der immerwährende Streitpunkt der Ver-fassung Roms, wo das Uebergewicht bald auf derEinen, bald auf der andern Seite endlich dem Frei-staat ein Ende machte.
5. Dergrößefte Theil der geprie-senen Römertugend ist uns ohne dieenge, harte Verfassung ihres Staatsunerklärlich; jene siel weg, sobald diese weg-siel. Die Consuls traten in die Stelle der Königeund wurden nach den ältesten Beispielen gleichsamgedrungen, eine mehr als königliche, eine RömischeSeele zu beweisen; alle Obrigkeiten, insonderheit dieEensors nahmen an diesem Geiste Theil. Man er-staunt über die strenge Unparteilichkeit, über dieuneigennützige Großmuth, über das Geschaftvolle bür-gerliche Leben der alten Römer vom Anbruch desTages an, ja noch vor Anbruch desselben bis indie späte Dämmerung. Kein Staat der Welt hates vielleicht in dieser ernsten Geschäftigkeit, in dieserbürgerlichen Härte so weit als Nom gebracht, inwelchem sich alles nahe zusammendrangte. Der Adelihrer Geschlechter, der sich auch durch Geschlechtsna-mcn glorreich auszeichnete, die immer erncuete Ge-fahr von außen und das unaufhörlich - kämpfende Ge-gengewicht zwischen dem Volk und den Edlen voninnen; wiederum das Band zwischen beiden durchElicntelen und Patronate, das gemeinschaftliche Drän-gen an einander auf Märkten, in Häusern, in po-litischen Tempeln, die nahen und doch genau abge-