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so» Ideen zur Philosophie
auch auf andere Götter seines Geschlechts angewandtwerden und so erschuf man jedem Gott seinen Cha-rakter: die ganze Provinz der Kunst ward bepflanzet.
Arm und klein wäre cS also, wenn wir unsreLiebe zu irgend einem Gegenstände menschlicher Culturder allwaltenden Vorsehung als Regel verzeichnenwollten, um dem Augenblick, in welchem er alleinPlatz gewinnen konnte, eine unnatürliche Ewigkeitzu geben. Es hieße diese Bitte nichts anders, alsdas Wesen der Zeit zu vernichten und die ganze Naturder Endlichkeit zu zerstören. Unsere Jugend kommtnicht wieder; mithin auch nie die Wirkung unsrerSeclenkräfte, wie sie dann und dort war. Eben daßdie Blume erschien, zeigt, daß sie verblühen werde:von der Wurzel aus hat sic die Kräfte der Pflanze insich gezogen und wenn sie stirbt, stirbt die Pflanzeihr nach. Unglücklich wäre es gewesen, wenn dieZeit, die einen Perikles und Sokrates hcrvorbrachte,nur Ein Moment langer hätte daurcn sollen, als ihrdie Kette der Umstände Dauer bestimmte; es war fürAthen ein gefährlicher, unerträglicher Zeitpunkt. Ebenso eingeschränkt wäre es, wenn die Mythologie Ho-mers in den Gemächern der Menschen ewig dauern,die Götter der Griechen ewig herrschen, ihre De-mosthenc ewig donnern sollen u. f. Jede Pflanze derNatur muß verblühen; aber die verblühete Pflanzestreut ihren Samen weiter und dadurch erneuert sichdie lebendige Schöpfung. Shakespeare war kein So-phokles, Milton kein Homer, Aolingbrocke kein Pe-rikles ; sie waren aber das in ihrer Art und auf ihrerStelle, was jene in der ihrigen waren. Jeder strebealso auf seinem Platz, zu scyn was er in der Folge