der Geschichte der Menschheit. 2n»
der Dinge seyn kann; dies soll er auch seyn und einandres ist für ihn nicht möglich.
Viertens. Die Gesundheit und Dauereines Slaats . beruhel nicht auf demPunkt seiner höchsten Eultur sondernauf eine in weisen oder glücklichenGleichgewicht seiner lebendig-wirken-den Kräfte. Je tiefer bei diesem leben-digen Streben sein Schwerpunkt liegt:desto fester und bau re über ist er.
Worauf rechneten jene alten Einrichter der Staa-ten ? Weder auf trage Ruhe, noch auf ein Aeußcrstesder Bewegung; wohl aber auf Ordnung und einerichtige Vertheilung der nie schlafenden, immer er-weckten Kräfte. Das Principium dieser Weisen war«ine der Natur abgelcrnte ächte Menschen-Weisheit.Jedesmal da ein Staat auf seine Spitze gestellt ward,gesetzt daß es auch vom glänzendsten Mann unter demblendendsten Vorwände geschehen wäre, gerieth er inGefahr des Unterganges und kam zu seiner vorigenGestalt nur durch eine glückliche Gewalt wieder. Sostand Griechenland gegen die Perser auf einer fürch-terlichen Spitze: so strebten Athen, Lacedämon undTheben zuletzt mit äußerster Anstrengung gegen einan-der , welches dem ganzen Griechenlandc den Verlustder-Freiheit zuzog. Gleichergestalt stellte Alexandermit seinen glänzenden Siegen das ganze Gebäudeseines Staats auf eine Kegelspitze; er starb, der Ke-gel fiel und zerschellte. Wie gefährlich Alcibiades undPerikles für Athen gewesen, beweiset ihre Geschichte;ob es gleich eben so wahr ist, daß Zeitpunkte dieserArt, zumal wenn sie bald und glücklich ausgehen,seltene Wirkungen zum Vorschein bringen und un-