der Geschichte der Menschheit. igS
So einfach dieser Grundsatz ist: so aufklarendund nützlich wird er in Behandlung der Geschichteder Völker. Jeder Geschichtforscher ist mit mir ei-nig , daß ein nutzloses Anstaunen und Lernen der-selben den Namen der Geschichte nicht verdiene;und ist dies, so muß bei jeder ihrer Erscheinungenwie bei einer Naturbegebenheit der überlegende Ver-stand mit seiner ganzen Scharfe wirken. Im Er-zählen der Geschichte wird dieser also die größesteWahrheit, im Fassen und Beurtheilcn den vollstän-digsten Zusammenhang suchen und nie eine Sache,die ist oder geschieht, durch eine andre, die nicht ist,zu erklären streben. Mit diesem strengen Grundsatzverschwinden alle Ideale, alle Phantome eines Zau-berfeldes: überall sucht man, rein zu sehen was daist und sobald man dies sah, fällt meistens auch dieUrsache ^in die Augen, warum es nicht anders alsalso seyn konnte? Sobald das Gcmüth an derGeschichte sich diese Gewohnheit eigen gemacht hat,hat es den Weg der gesunderen Philosophie gesun-den , den es außer der Naturgeschichte und Mathe-matik schwerlich anderswo finden konnte.
Eben dieser Philosophie zufolge werden wir unsalso zuerst und vorzüglich hüten, den Lharerschei-nungen der Geschichte verborgne einzelne Absichteneines uns unbekannten Entwurfs der Dinge oder gardie magische Einwirkung unsichtbarer Dämonen anzu-dichten, deren Namen man bei Naturerscheinungenauch nur zu nennen sich nicht getraute. Das Schicksaloffenbart seine Absichten durch das was geschieht undwie es geschichct; also entwickelt der Betrachter derGeschichte diese Absichten blos aus dem, was da istund sich in seinem ganzen Umfange zeiget. Warum
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