tgo Ideen zur Philosophie
helfen; eS war aber eine Scheinmühe um eine Frei-heit ohne Geist, um einen Körper ohne Seele. AnVergötterung seiner Wohlthalcr ließ es Athen niefehlen und die Kunst sowohl als die Deklamationüber Philosophie und Wissenschaften hat sich in die-sem Sitz der allgemeinen Eultur Europa's, so langecs möglich war, erhalten; immer aber wechseltenGlücksfallc m:t Verwüstungen ab. Die kleinenStaaten unter einander kannten weder Eintrachtnoch Grundsätze zu ihrer Erhaltung, wenn sie gleichden Aetolischen Bund schlossen und den AchaischenBund erneuten. Weder Philopömcns Klugheit »ochAratus Rechtschaffenheit gaben Griechenland seinealte Zeiten wieder. Wie die Sonne im Niedergän-ge von den Dünsten des Horizonts umringt, einegrößere, romantische Gestalt hat: so hats die Staats-kunst Griechcnlandcs in diesem Zeitpunkt; allein dieStrahlen der unkergchenden Sonne erwärmen nichtmehr wie am Mittage und die Stnatskunst der ster-benden Griechen blieb unkcaflig. Die Römer kamenauf sie, wie schmeichelnde Tyrannen, Entscheidet al-ler Zwistigkeiten des Erdstrichs zu ihrem eigenenBesten und schwerlich haben Barbaren je arger ver-fahren, als Mummius in Korinth, Sulla in Athen,Aemilius in Makedonien verfuhren. Lange plünder-ten die Römer, was in Griechenland geplündertwerden konnte; bis sic cs zuletzt ehrten, wie maneine beraubte, getödtete Leiche ehret. Sic besoldetenSchmeichler daselbst und schickten ihre Söhne dahin,um auf den geweideten Fußtritten alter Weisen un-ter Schwätzern und Kunstgrüblern zu studiren. Zu-letzt kamen Gothen, Ehristen und Türken, die demReich der griechischen Götter, das sich lange selbst