der Geschichte der Menschheit. 189
hielt sich in ihnen von griechischer Eullur und Kunst,was sich ncich Beschaffenheit der Regenten und Zei-ten halten konnte. Die Wissenschaften in Aegyptenblühetcn als Gelehrsamkeit, weil sie nur als Ge-lehrsamkeit cingcführt waren: wie Mumien warensie im Museum oder in der Bibliothek begraben.Die Kunst an den Asiatischen Höfen ward üppigePracht: die Könige zu Pergamus und in Aegyptenwetteiferten, Bibliochcn zu sammle»; ein Wetteifer,der der ganzen künftigen Literatur nützlich und schäd-lich wurde. Man sammlctc Büchrr und verfälschtesie; ja mit dem Brande deS Eesammlcten gingnachher eine ganze Welt alter Gelehrsamkeit aufEinmal unter. Man flehet, daß sich das Schicksaldieser Dinge nicht anders angenommen habe, alses sich aller Dinge der Welt annimmr, die es demklugen oder thörichkcn, immer aber natürlichen Ver-halten der Menschen überließ. Wenn der Gelehrteum ein verlohrncs Buch des Alterthums weinet;um wie viel wichtigere Dinge müßte man weinen,die alle dem Lauf des Schicksals unabänderlich folg-ten. Acußerst merkwürdig ist die Geschichte derNachfolger Alexanders, nicht nur weil in ihr so vielUrsachen zu dem, was untergegangen oder erhaltenist, liegen, sondern auch als das traurige Mustervon Reichen, die sich auf fremden Erwerb sowohlder Lander, als der Wissenschaften, Künste und Eul-tur gründen.
11. Daß Griechenland in diesem Zustande niewehr zu seinem alten Glanz gelangen mögen, be-darf wohl keines Erweises; die Zeit dieser Blüthewar längst vorüber. Zwar gaben sich manche eitleRegenten Mühe, der griechischen Freiheit emporzu-