i8r Ideen zur Philosophie
sind so natürliche Prcducte ihrer Lage, Zeit, Ein-richtung und Umstände, als je eine Natur-Erzeu-gung seyn mochte.
4. Viele Republiken, mehr oder minder durchgemeinschaftliche Geschäfte, Gränzen oder ein ande-res Interesse, am meisten aber durch die Kriegcs-und Rukmlicbe gleichsam an Eine Rennbahn ge-stellt, werden bald Ursache zu Zwistigkeiten finden:die Mächtigern zuerst und diese ziehen zu ihrer Par-thei, wen sie hinzu zu ziehen vermögen; bis endlichEine das Ucbergewicht gewinnet. Dies war derFall der langen Jugendkriege zwischen den StaatenGriechenlands, insonderheit zwischen Laccdämon,Athen und zuletzt Theben. Die Kriege waren bit-ter, hart, ja oft grausam; wie allemal Kriege seonwerden, in welchen jeder Nürger und Krieger amGanzen Tbcil nimmt. Meistens entstanden sic überKleinigkeiten oder über Sachen der Ehre, wie dieGefechte bei Juqendhandeln zu entstehen pflegen undwas sonderbar scheinet, es aber nicht ist, jeder über-windende Staat, insonderheit Lacedamcn suchte demUeberwundencn seine Gesetze und Entrichtung aufzu-prägen, als ob damit das Zeichen der Niederlageunauslöschlich an ihm bliebe. Denn die Aristokra-tie ist eine gefthworne Feindin der Tyrannei sowohlals der VolkSregierung.
Z. Indessen waren die Kriege der Griechenauch als Geschäft betrachtet, nicht blos Streifereiender Wilden; vielmehr entwickelt sich in ihnen mitder Zeitenfolge bereits der ganze Staats - und Krie-gesgeist, der je das Rad der Wcltbegebcnheiten ge-