i?4 Ideen zur Philosophie
Naturgeschichte den Grund zu einem Gebäude gelegthat, an welchem noch Zabrbunderte bauen werden.Zu allem Gewissen der Wissenschaft, wie zu allemSchonen der Form ist in Griechenland der Grundgelegt worden; leider aber, daß uns das Schicksalvon den Schriften seiner gründlichsten Weisen sowenig gegönnt hat! Was übrig geblieben ist, istvortrefflich; das Vortrefflichste ging vielleicht unter.
Man wird es nicht von mir erwarten, daß ichdie einzelnen Wissenschaften der Matbemarik, Me-dicin, Naturwissenschaft und aller schönen Künstedurchgehe, um eine Reibe Namen zu nennen, dieentweder als Erfinder oder als Vermehrer des Wis-senschaftlichen derselben allen künftigen Zeilen zurGrundlage gedient baden. Allgemein ists bekannt,daß Asten und Aegvpten uns eigentlich keine wahreForm der Wissenschaft in irgend einer Kunst oderLehre gegeben; dem feinen, ordnenden Geist derGriechen baden wir diese allein zu danken. Da nuneine bestimmte Form der Erkenntniß eben das ist,was ihre Vermehrung oder Verbesserung in zukünfti-gen Zeiten bewirkt: so sind wir den Griechen die
Basis beinah aller unserer Wissenschaften schuldig.Mögen sie sich fremde Ideen zugeeignet haben, soviel sie wollen; desto besser für uns: genug, sie
ordneten solche und strebten zur deutlichen Erkenntniß.Die mancherlei griechischen Schulen waren hierindas, was in ihrem Staatswesen die vielen Republi-ken waren, gemeinschaftlich-strebende, mit einanderwetteifernde Kräfte: denn ohne diese Verthcilung
Griechenlandcs würde selbst in ihren Wissenschaftennie so viel geschcben seyn, als geschehen ist. DieJonische, Italische und Athenicnsische Schule waren,