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Ideen zur Philosophie
ironischen Fragenden am Geistes - und Herzenscha-rakter Sokrates fehlte. Auch seine zwei edelsten Zün-der Lenophen und Plato vergleiche man unparteiisch:so wird man finden, daß er bei ilmcn, (wie erselbst den bescheidenen Ausdruck liebte,) nur dieHebamme ibrcr eignen Geistesgestalt gewesen war;daher er sich auch im Bilde beider so unähnlich ste-het. Das Auszcichncndc ihrer Schriften rührt offen-bar von ibrcr eignen Denkart bcr und der schönsteDank, den sic ihrem geliebten Lehrer bringen konn-ten , war der, daß sie sein moralisches Bild auf-stelltcn. Allerdings wäre es sehr zu wünscben ge-wesen, daß durch Sokrates Schüler sein Weist inalle Geselle und Staatsvcrfassunqcn Gricchenlandesfortan eingedrungen wäre; daß dieses aber nicht ge-schehen sei), bezeugt die griechische Geschichte. SeinLeben trab auf den Punkt der höchsten Cultur Athens,zugleich aber auch der höchsten 'Anstrengung der grie-chischen Staaten gegen einander; beides konnte nichtsanders, als unglückliche Zeiten und Sitten nachsich ziehen, die nicht gar lange darauf den Unter-gang der griechischen Freiheit bewirkten. Hiegegenschützte sie keine Sokralische Weisheit, die zu reinund fein war, als daß sic das Schicksal der Völkerhatte entscheiden mögen. Der Staatsmann undKriegsführcr ch'enophon schildert schlechte Staatsver-fassungen ; er kann sie aber nicht andern. Platoschuf eine idealische Republik, die nirgend, am we-nigsten an Dionysius Hofe Platz fand. Kurz, So-krates Philosophie hat mehr der Menschheit als Grie-chenland 'gedienet, welches ohne Zweifel auch ihrschönerer Ruhm ist.