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Ideen zur Philosophie
Betracht waren sie weiter, weil ihr Sinn freier warund keine gegebne Hypothese ihnen ein Ziel versteckte.Selbst die Zahlen Pythagoras und andrer Philoso-phen sind kühne Versuche, die Wissenschaft der Dingemit dem reinsten Begriff der menschlichen Seele, ei-ner dcutlichgedachten Große zu paaren; weil abersowohl die Naturwissenschaft als die Mathematikdamals noch in ihrer Kindheit waren, so kam dieserVersuch zu frühe. Immer aber locket er uns, sowie die Systeme mancher andern griechischen Philo-sophen eine Art von Verehrung ab, weil diese allc-sammt, jedes aus seinem Standpunkt, tief durch-dacht und von weitem Umfange waren; manchemderselben liegen Wahrheiten und Bemerkungen zumGrunde, die wir seitdem, vielleicht nicht zum Vvr-tbeil der Wissenschaft aus den Augen vcrlohrcn ha-ben. Daß z. B. keiner der alten Philosophen sichan Gort ein außerweltliches Wesen oder eine höchst-metaphysische Monade dachte, sondern alle bei demBegriff einer Wcltsccle stehen blieben, war der Kind-heit menschlicher Philosophie völlig angemessen undwird ihr vielleicht immer angemessen bleiben. Schadeists, daß wir der kühnsten Philosophen Meynungnur aus verstümmelten Nachrichten, nicht aber ausihren eignen Schriften im Zusammenhänge wissen;aber noch mehr Schade, daß wir uns ungern inihre Zeit setzen und sie lieber unsrer Denkart beque-men. Jede Nation hat in allgemeinen Begriffen ihreeigene Schart, die meistens in den Formen desAusdrucks, kurz in der Tradition ihren Grund hatund da bei den Griechen die Philosophie aus Ge-dichten und Allegoriccn entstanden war: so gaben
diese auch ihren Abstraktionen ein eigcnthümlichcs,