der Geschichte der Menschheit. 167
V.
Wissenschaftliche Uehunaen der Griechen.
einem Volk der Erde thut man sein Recht an,wenn man ihm ein fremdes Ideal der Wissenschaftaufdringt: so ists mit vielen Völkern Asiens auch
den Griechen gegangen und man hat sie mit Lobeund Tadel oft nnbillig überhäufet. Von keiner spe-kulativen Dogmatik z. V. über Gott und die mensch-liche Seele wußten die Griechen; die Untersuchungenhierüber waren freie Privatmeinungen, sobald derWeltweise die gottesdienstlichen Gebräuche seines Lan-des beobachtete und keine politische Parthei ihm imWege stand. In Rücksicht dieser hat sich der mensch-liche Geist in Griechenland wie überall seinen Raumerkämpfen müssen; den er sich aber doch zuletzt wirk-lich erkämpfte.
Von alten Göttersagen und Theogonieen gingdie griechische Wcltweisheic aus und es ist merkwür-dig viel, was der feine Geist dieser Nation hierüberausspann. Die Dichtungen von der Geburt derGötter, vom Streit der Elemente, von Haß undLiebe der Wesen gegen einander sind von ihren ver-schiedenen Schulen in so verschiedenen Richtungenausgebildet worden, daß man beinah sagen möchtesie waren so weit als wir sind, wenn wir ohne Na-turgeschichte Weltcntstehungen dichten. Ja in gewissem